100 Tage CEO

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Vom Investmentbanker zum CFO zum CEO: Jens Körner stellt sich nach den ersten 100 Tagen an der Spitze der Ad Pepper Media Gruppe selbst ein Zeugnis aus. 

Seit 1933 gibt es sie in Amerika, die berühmte Bilanz der ersten 100 Tage. US-Präsident Franklin Delano Roosevelt zog sie als Erster, nachdem er am 4. März in das Amt eingeführt wurde. Seither muss sich jeder Politiker, Manager, etc. an der 100-Tage-Bilanz Roosevelt`s messen lassen.

Im November 2006 wurde ich vom damaligen CEO und Unternehmensgründer angesprochen, ob ich mir vorstellen könne, bei ad pepper media International N.V. als CFO anzufangen. Klar konnte ich. Schließlich kannte ich ad pepper bereits seit dem Jahre 2000, seinerzeit noch als Investmentbanker. Damals ist es uns gelungen, die Gesellschaft – gewissermaßen in letzter Minute – im Oktober des Jahres 2000 an die Börse zu führen. Ad pepper war schließlich eines der letzten gelungen IPO’sdes Neuen Marktes vor dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase. Ende 2006 schied der damalige CFO aus Altergründen aus, weswegen man mir den Posten anbot. Nach 8 Jahren Investmentbanking-Tätigkeit war ich also CFO einer börsennotierten Gesellschaft und wechselte fortan auf die Emittentenseite.

Bereits sehr früh hat das damalige Management erkannt, dass der seit 1994 weltweit erstmals eingesetzte und damals der Hauptumsatzträger der Gesellschaft darstellende Internet-Werbebanner nicht ausreichen würde, um im Online-Werbemarkt zu bestehen. Unternehmenskäufe waren damals, anders als heute, noch zu halbwegs vernünftigen Preisen machbar. In den Jahren 2006/07 erfolgten denn auch mehrere Akquisitionen, die darauf abzielten, das Unternehmen im sich rasch entwickelnden KPI-getriebenen Performance-Marketing zu positionieren.

In dieser Phase des Unternehmens war es einerseits meine Aufgabe, den Akquisitionsprozess „technisch“ durchzuführen und anschließend in die operativen Geschäftsaktivitäten innerhalb der Gruppe zu integrieren. Andererseits war es der Gesellschaft trotz beträchtlicher Zuflüsse aus dem Börsengang bis dahin nicht gelungen, nennenswerte Profitabilitätsniveaus zu erreichen. Hier kam also neben der M&A-Expertise, eine der klassischen Anforderungen an einen CFO zum Tragen: Die Implementierung von Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen.

In den Jahren 2007 bis 2013 wurden folglich insgesamt zehn Ländergesellschaften geschlossen, die Holding verschlankt und der Fokus noch mehr als zuvor auf Performance-Marketing gelegt. Der Transformationsprozess wurde konsequent fortgesetzt, auch wenn er länger dauerte, als geplant. Mit einer umfangreichen Reorganisation des Vorstandes im Jahre 2012, unter anderem durch eine Verkleinerungvon vier auf zwei Vorstandsmitglieder verkleinert wurde, ging darüber hinaus eine Phase gesteigerter M&A-Aktivität einher. Diesmal jedoch auf der Verkaufsseite. Nachdem bereits in den Jahren 2007/08 einzelne Minderheitsbeteiligungen abgestoßen wurden, stand in den Jahren 2012/13 insbesondere der Verkauf von reinen Technologiebeteiligungen im Vordergrund. Insofern wurde das in den Jahren 2006/07 erworbene Portfolio gestrafft und verschlankt, was auch sinnvoll war, da es ad pepper für einige Inhouse betriebenen Technologieentwicklungen schlicht an Größe und finanziellen Mitteln fehlte. Seit Ende 2013 nimmt die ad pepper Gruppe somit im Wesentlichen die Form an, die sie bis heute hat: ad pepper media International, die als Beteiligungsholding fungiert, vereint die drei operativen Bereiche Webgains (Affiliate Marketing), ad pepper media (Lead-Generierung) und ad agents (Performance Marketing Agentur).

Vom CFO zum CEO – die ersten 100 Tage

Im Februar 2017 folgte eine erneute Reorganisation des Vorstandes, die wiederum mit einer Reduzierung des Gremiums auf nur noch ein Mitglied mit mir als CEO einherging. Mitte Juli sind mithin die ersten 100 Tage vergangen. Anders als im Falle von externen CEO`s, gab es für mich keine Eingewöhnungszeit, da mir die Unternehmenskultur seit über einem Jahrzehnt vertraut ist. Das birgt natürlich Risiken, da einem der Blick von außen fehlt und man möglicherweise in nachteilige Routinen verharrt, die nicht oder zu spät angegangen werden. Dem gegenüber steht der Vorteil, schnell und konsequent Entscheidungen fällen zu können, für die ein Externer möglicherweise viele Monate benötigt hätte, ggf. sogar unter Hinzuziehung kostspieliger (externer) Berater. Auf mich trifft der Satz „I hit the ground running“ daher unumschränkt zu. Welche Weichen wurden also nun in den letzten 100 Tagen gestellt?

Fokus auf Technologiekompetenz: Es war kein akutes Turn-around-Management vonnöten, aber Stagnation bedeutet bekanntlich Rückschritt, das gilt insbesondere für unsere stark innovationsgetriebene Branche. Um unsere Innovationsfähigkeit voranzutreiben, hat unsere Tochtergesellschaft Webgains in eine Partnerschaft mit IBM Watson investiert. Die beiden Unternehmen arbeiten gemeinsam daran, dass Potenzial der Anwendung von KI auf die Datenanalyse von Webgains umfassend zu untersuchen. Dieses Projekt wird uns auch noch in der zweiten Jahreshälfte intensiv beschäftigen.

Vertrauensbildende Personalpolitik: Mir war es in den ersten Tagen vor allem ein großes Anliegen, Vertrauen zu den Mitarbeitern und den Führungskräften zu signalisieren. Eine meiner ersten Entscheidungen war daher, aus meiner Sicht längst überfällige Beförderungen vorzunehmen. So ernannte ich beispielsweise zwei langjährige und hochverdiente Mitarbeiter zu neuen Geschäftsführern. Beide verantworten hochprofitable Bereiche, die zudem schneller wachsen als der Rest der Gruppe.

Brexit und regulatorisches Umfeld als Herausforderung: Rund 50 Prozent unserer Umsätze werden zwischenzeitlich in Großbritannien generiert. Trotz des Brexit-Votums sind wir zuversichtlich, was unser Geschäft anbetrifft, denn es finden nach wie vor signifikante Budgetverschiebungen weg von klassischen Werbeformen wie TV, Print und Radio hin zu Internetwerbung statt. Wir erwarten daher auch in diesem Jahr neue Rekordumsätze. Unser Hauptaugenmerk der letzten Monate lag folglich insbesondere auf der Vorbereitung des Hauptumsatzzeitraumes, dem 4. Quartal. Darüber hinaus wird sich das regulatorische Umfeld durch die am 25. Mai 2018 europaweit in Kraft tretende Datenschutzrichtlinie grundlegendverändernWir werden dabei von einem der renommiertesten Spezialisten auf diesem Gebiet beraten und sind auf gutem Weg, unsere Datenverarbeitungsprozesse grundlegend nach den neuen Vorgaben auszurichten und implementieren diese bereits.

Marktpositionierung: In den letzten 10 Jahren hat sich ad agents, eine der drei operativen Gesellschaften der Gruppe, zu einer der führenden Performance Agenturen entwickelt. Als Full-Service-Agentur geht das Produkt- und Dienstleistungsspektrum mittlerweile weit über reines SEO und SEM hinaus. Dabei wird die ganzheitliche Beratung von Kunden hinsichtlich der Entwicklung ihrer digitalen Strategie immer wichtiger. Im zweiten Quartal wurde zudem die Kompetenz im Bereich Amazon Marketing weiter ausgebaut. Neue namhafte Kunden wurden bereits gewonnen. Ende Juni wurde ad agents schließlich noch mit dem Preis für die beste Online Marketing Kampagne ausgezeichnet.

Ergebnisse des zweiten Quartals als „Traumstart“: Mitte Juli 2017 hat ad pepper media die jüngsten Quartalszahlen veröffentlicht. Die Gesellschaft konnte ein Wachstum von 25,5 Prozent, einen neuen Umsatzrekord von TEUR 17.428 sowie das beste Quartalsergebnis der letzten 10 Jahre vermelden. Alle drei operativen Bereiche laufen auf Hochtouren und wachsen schneller als der Markt. Ein nicht zu unterschätzendes Privileg ist es dabei, dass ad pepper schuldenfrei ist und seit dem Börsengang über ausreichend Liquidität verfügt.

In Anbetracht dieser angestoßenen Maßnahmen, sehe ich ad peppers langfristigen Erfolg als gesichert und das Unternehmen für die nächsten Jahre gut gerüstet – und falls es den Aktionären von ad pepper gefällt, kommen zu meinen ersten 100 Tagen noch ein paar dazu.

Über den Autor

Dr. Jens Körner ist seit März 2017 CEO der ad pepper media International N.V., der Holdinggesellschaft einer der erfahrensten internationalen börsennotierten Unternehmensgruppe mit Spezialisierung auf Performance Marketing. Darüber hinaus hält er seit März 2017 den alleinigen Vorstand der Gruppe inne, dem er seit November 2006 zunächst als CFO angehört.

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